Mein Motto im Februar: Das Außen lenkt (auch) das Innen!

Mein Monat fing damit an, dass ich ein MoRüBli für Januar schreiben wollte – aber ich war so voller schwerer Gedanken, dass ich mich dagegen entschieden hatte. Was war passiert?

In einer Community, die sich als wertschätzend und zusammengehörig beschreibt, gab es einen Konflikt – soweit ganz normal. Was mich erschüttert hat, war die Tatsache, dass auf beiden Seiten äußerst unprofessionell mit Feedback und eigener Betroffenheit umgegangen wurde. Es gab viele Rechtfertigungen, Meinungen, Solidaritätsbekundungen etc. also all das, was es eigentlich nicht geben sollte, wenn jemand eine Meinung äußert – Tagelang habe ich mich gefragt, sage ich etwas dazu? Aber wo und wem? Und: Will ich hier noch Teil sein? Auf jeden Fall vergingen die Tage und mein Januar rückte in weite Ferne …

Meine Frage: Wie kann man sich verstehen, wenn man gar nicht zuhört und wenn gar keine Verbindung entsteht …

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.

Jean-Baptiste Poquelin alias Molière

Ein Kunde, den ich seit Jahren betreue und bei dem das Thema „klare Kommunikation als Führungskompetenz“ im Fokus steht, hatte eine Beschwerde über mich. Das darf sein. Kopfschüttelnd habe ich den Beschwerdeweg nachvollzogen: Ein Mitarbeiter hatte eine Beschwerde über mich, die hat er an die Geschäftsleitung weitergeleitet, die Geschäftsleitung hat sich an eine befreundete Unternehmerin gewendet und die wiederum hat mir zugetragen, dass es da wohl ein Problem gibt. Als ich die Geschäftsführung dann anrief, um zu erfahren, um wen und vor allem, um was es geht – habe ich gar nichts erfahren, nur Kälte und Ablehnung gespürt – auch das hat mich nicht unberührt gelassen: Warum übernehmen Menschen keine Verantwortung für ihr Handeln? Warum bekomme ich kein klares und konkretes Feedback, warum spricht man nicht direkt mit mir? Der Auftrag ist beendet und ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge – auch das muss ich manchmal aushalten können. Die ganze Welt will nicht gerettet werden.

Mein Learning: Falsche Zielgruppe! Auftragsklärung mangelhaft. Besser machen, setzen!

Wie der Monat endete und welchem brutalen Einfluss wir plötzlich alle ausgesetzt waren, das brauche ich nicht zu erwähnen. Wohl jedem Menschen, der empathisch ist und versucht Brücken zu bauen, statt Mauern zu errichten, bricht das Herz bei dem mörderischen Vorgehen von Putin. Entsetzt bin ich über die Menschen, die immer noch ernsthaft der Meinung sind, es könnte irgendeine Erklärung oder gar Entschuldigung für dieses Vorgehen geben: Nein, ein ganz klares Nein. Jeder Mensch entscheidet selbst, wer er sein will und was er tut. Auch Putin muss die Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

Aber, wie immer im Leben, gab es natürlich auch tolle Impulse von außen, die mein Inneres berührt und beflügelt haben:

Bei der Content Society, in der ich gerade mit dem Bloggen angefangen habe, habe ich meinen Buddy gefunden: Luise Geier-Asfiaoui. Luise und ich teilen eine Menge Lebensjahre und Berufserfahrungen und auf sehr unterschiedlichen Wegen verfolgen wir ähnliche Wege, mit gemeinsamen Werten: Luises Herzensthema ist Gesundheit durch gesunde Ernährung und das Teilen von Wissen über Beides. Sie leitet ein Team von 800 Mitarbeiterinnen und setzt dabei auf Powerfrauen! Wenn Du Interesse daran hast, dann schau doch gerne mal bei ihr vorbei.

„Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.“ 

Friedrich Hebbel

Bei einem Kunden, der gerade mit sehr viel Mut und Elan einen grundlegenden Veränderungsprozess in seinem Unternehmen vollbringt, war ich eingeladen ein Krisengespräch mit einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu moderieren. Es herrschte große Offenheit und ein echter Wille, einen Konflikt nicht nur zu klären, sondern auch zu verstehen, um daraus zu lernen: Mal wieder 😊 lag es letztendlich nur an einer unklaren Kommunikation und an viel Deutung, Missdeutung, Misstrauen, Interpretation, statt Nachfragen …. Letztendlich konnten wir durch einige wenige Fragen und durch eine Visualisierung des Problems sehr schnell „des Pudels Kern“ entlarven – die Lösung ist jetzt ganz einfach. Ich war tief berührt und sehr beeindruckt, was diese 15 Menschen in kürzester Zeit und mit dem festen Willen, eine Veränderung herbeizuführen, geschafft haben: ein belastbares Fundament und die Basis für den nächsten großen Schritt in Richtung Veränderung. Hut ab und ich bin sehr stolz darauf, Euch begleiten zu können. Ich wünsche mir mehr solche Kunden!

Neue Arbeitswelten brauchen neue Arbeitsplätze!

Udo Maar macht tolle Playmobil-Arbeitswelten
 
Mein wunderbarer Kollege Udo Maar hat beschlossen jeden Montag einen kurzen gemeinsamen Online Wochenstart für Solopreneur_innen zu organisieren – ich danke ihm von Herzen dafür. Durch seine Initiative sind wir wieder in Kontakt gekommen und wir werden uns ab März 2022 mein Büro in Potsdam teilen, darüber freue ich mich sehr! Wer Interesse daran hat, seine Arbeitswelt nicht nur im Innen, sondern auch im Außen und ganz pragmatisch zu verändern, ist bei Udo bestens aufgehoben. Dazu baut er noch sehr inspirierende und lustig Playmobil-Arbeitswelten – davon werde ich sicherlich noch berichten!

Auch in alten Zitronen ist noch Saft!

Zum ersten Mal habe ich am „Forum für Nachhaltigkeit“ teilgenommen. Dr. Tim Kunkowski hat einen sehr beeindruckenden Vortrag zum Thema „Soziale Aspekte der Klimakrise – Kapitalismus und Nachhaltigkeit, kann das funktionieren?“. Herr Dr. Kunkowski ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und an der Technische Universität München am Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik tätig. Der Vortrag hat mich sehr berührt und noch einmal ganz neue Aspekte aufgetan, z.B. die Frage, ab wann ist ein Mensch schlecht oder sogar unterernährt? Wir legen in der Entwicklungspolitik oft westliche Maßstäbe an, ohne uns über die Ernährungsform der Menschen in sogenannten Entwicklungsländern zu informieren. Die gute Nachricht: Ja, es kann funktionieren, wenn wir mehr aufeinander achten. Besonders amüsiert hat mich, dass Herr Dr. Kunkowski sehr begeistert davon war, dass so viele deutlich ältere Menschen als er selbst, noch den Willen haben, etwas zu ändern. Tja, auch in alten Zitronen ist noch Saft!

Sei dabei – spar Co2

Die Aufkleber gibt es bei Michael Schneider

Michael Schneider ist nicht nur ehrenamtlicher Sterbebegleiter am Hospiz in Neuruppin, sondern hat auch eine tolle Initiative ins Leben gerufen: Er will nicht länger warten und hat sich dazu entschlossen, von nun an maximal 120 km/h mit seinem Auto zu fahren. Seine Überlegung dazu: Jeder zweite Deutsche hat dafür gestimmt, das Tempolimit herunterzusetzen – wenn wir das einfach realisieren, ohne auf die Politik zu warten, wird sich der Verkehr ganz automatisch verlangsamen. Dafür hat er Aufkleber drucken lassen – auch ich besitzen einen und werde mich der Initiative anschließen – wie toll, dass es immer Menschen (oder Bären) gibt, die einfach machen …. Wenn du ebenfalls mitmachen möchtest, dann melde dich gerne bei mir.

Und zu guter Letzt: Nachbarschaftshilfe im Sturm

Körbitz nach dem Sturm

Slapstick bei uns im Dorf: Unser Nachbar wollte im wildesten Sturm einen Dachziegel auswechseln. Seine Frau war beauftragt, die Leiter festzuhalten. Die wollte aber lieber nach dem Hund sehe (und alle Hundemütter, wie ich, werden das bestens verstehen). Also: Frau weg, Leiter umgefallen -Mann sitzt im Sturm auf dem Dach! Zum Glück konnte mein bester Ehemann von allen helfen und es ist weder dem Nachbarn, noch der Frau und schon gar nicht dem Hund etwas passiert.

„Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind, wir sehen sie so, wie wir sind.“

Anais Nin

Mein Résumé für Februar? Da geht noch was. … Ich werde berichten!

Vielen Dank an Adobe Stock und Udo Maar für die schönen Fotos!

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Udo Maar am 7. März 2022 um 17:22

    Liebe Stefanie,
    vielen Dank für Deinen wunderschönen mitfühlenden Beitrag, in dem Du tolle Projekte und spannende Kolleg_innen vorstellst.
    Ich freue mich auf Deinen nächsten Text.

    • Veröffentlich von Stefanie Pannier am 7. März 2022 um 17:32

      Lieber Udo, jederzeit gerne wieder – auf alles, was noch kommt 🙂

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